Notifications
Clear all

[Q] Das Echo

Arpheus
(@arpheus)
Member GM
Joined: 2 Monaten ago
Posts: 6
Topic starter  

Es beginnt mit dem, was vertraut ist.

Zuerst war es nur ein versehentliches Stolpern des Willens. Ein leises Klappern, das sich aus Erde erhob, ungelenk und suchend. Ein Echo, das nach allem Griff, was sich bewegte. Fehlerhaft, schwach.

Doch nun… höre ich den Rhythmus besser.

Die Erde ist schwer von dem, was war. Sie schläft nur. Ich habe gelernt, sie nicht zu wecken, indem ich rufe, sondern indem ich will.

Der zweite Versuch war kein Stolpern mehr. 

Der Boden dieses Landes hört mir zu. 



   
Erol66 reacted
Quote
Topic Tags
Erol66
(@erol66)
Active Member
Joined: 1 Monat ago
Posts: 4
 

Was an diesem Tag zerbrochen ist

Der Streit hatte nicht an diesem Tag begonnen. Doch an diesem Tag war er nicht mehr aufzuhalten.

Thorus wusste, dass man ihn in Drachenfurt nicht leiden konnte. Er hatte sich Feinde gemacht, offen, unverblümt, ohne je den Versuch zu unternehmen, sich anzupassen. Seine Worte hatten gesessen wie schlecht verheilte Wunden. Als auch in Eulenrast Stimmen laut wurden, die ihn kritisch betrachteten, nahm er es zur Kenntnis, ohne sich darüber zu wundern.

Was schwerer wog, war das, was man von ihm verlangte.

Eine Entschuldigung lag im Raum. Erst wie ein Vorschlag, dann wie eine Forderung. Für sein Auftreten. Für seine Art. Für Dinge, die er nicht zurücknehmen konnte, ohne sich selbst zu verleugnen. Etwas in ihm verhärtete sich, still und endgültig.

Also forderte er einen Zweikampf.

Kein Gerede mehr. Keine Vermittler. Kein Ausweichen. Stahl sollte klären, was Worte nur weiter vergifteten.

Bis es dazu kam, zog sich alles in die Länge. Gespräche zwischen Drachenfurt und Eulenrast, Absprachen, die immer wieder neu formuliert wurden. Aus dem Duell wurde ein Turnier. Zwei Disziplinen. Erst Würfeln, dann Kampf. Entweder gegen einen Bären oder Mann gegen Mann.

Thorus traute dem Frieden nicht, der dabei beschworen wurde. Doch er akzeptierte es. Er ging davon aus, dass Zusagen wenigstens noch Gewicht hatten.

Am Tag des Turniers kam er später als die meisten. Er brauchte Zeit, um den Zorn in seiner Brust zu bändigen. Als er den Platz betrat, waren die Reihen bereits gefüllt. Stimmen lagen in der Luft, Blicke blieben an ihm hängen. Manche offen feindselig, andere lauernd.

Die erste Disziplin startete.

Die Würfel rollten drei Runden lang. Holz auf Holz. Er verlor. Knapp. So knapp, dass man ihm später sagen konnte, es sei fair gewesen. Es brannte in ihm, doch er ließ es stehen. Der Kampf sollte ohnehin alles entscheiden.

Dann kam die zweite Disziplin.

Und mit ihr der Verrat.

Statt eines Bären oder eines klaren Zweikampfs trieb man Wildschweine auf den Platz. Kreischende, panische Tiere, die über den Boden jagten. Man rief, sie sollten gefangen werden. Gelächter mischte sich unter die Stimmen.

Für Thorus war in diesem Moment alles klar.

Das war kein Missverständnis. Das war ein Bruch.

Er machte seinem Ärger Luft, laut, ungefiltert. Doch seine Worte verpufften. Man beschwichtigte, sprach von Anpassung, von Flexibilität. Schließlich lenkte man ein. Darian gegen Thorus. Doch die Wildschweine blieben. Sie rissen aus, bissen, stürzten sich zwischen die Kämpfenden. Der Platz wurde zum Tollhaus.

Darian ging zuerst zu Boden.

Dann stand Thorus allein. Gegen die Tiere. Gegen das Chaos. Gegen das nagende Wissen, dass dieser Kampf nie das gewesen war, was man ihm versprochen hatte. Als er schließlich fiel, traf es ihn härter als jede Wunde. Nicht wegen der Niederlage. Sondern wegen der Art, wie sie ihm aufgezwungen worden war.

Sein Stolz lag im Dreck, zertreten, lächerlich gemacht.

Er verlor die Kontrolle. Worte flogen, roh und verletzend. Er schleuderte Fischfilet nach Alira, nicht aus Hass, sondern aus brennender Wut. In diesem Augenblick wurde ihm klar, dass etwas unwiederbringlich zerbrochen war. Nicht zwischen ihm und Drachenfurt. Sondern zwischen ihm und den eigenen Leuten.

Alira. Es.

Absprachen waren missachtet worden. Entscheidungen über seinen Kopf hinweg gefallen. Er hatte sich verarscht gefühlt. Und das saß tiefer als jede Niederlage.

Er wollte gehen.

Am Wasserteich kam es dann zum nächsten Einschnitt.

Gerade als er sich abwenden wollte, kräuselte sich die dunkle Oberfläche. Ein fauliger Geruch stieg auf, süßlich, schwer. Hände brachen aus dem Wasser, bleich und glitschig, und krallten sich nach seinen Beinen. Kalte Finger, die nichts Lebendiges mehr kannten.

Eine Wasserleiche zog sich aus dem Teich, triefend vor Schlamm und Verwesung, die Augen leer, der Mund verzogen.

In diesem Moment gab es kein Turnier mehr. Keine Regeln. Kein Publikum.

Thorus reagierte instinktiv.

Der Flegel lag schwer und vertraut in seiner Hand, als er ihn herumriss und zuschlug. Ketten sirrten, Knochen barsten, Wasser spritzte. Neoras war da, ohne zu zögern, kämpfte an seiner Seite. Kurz darauf griff auch Meliodora ein, ihr Sperr schnitt durch die feuchte Luft wie kalter Stahl.

Gemeinsam drängten sie die Untoten zurück. Schlag um Schlag. Bis die letzte Gestalt reglos auf dem Boden lag und der Teich wieder still wurde, als hätte er alles verschluckt.

Doch die Wut blieb.

Als später der nächste Streit entbrannte, diesmal zwischen Alira und Drachenfurt, hielt Thorus Abstand. Die Vorwürfe gegen sie, sie habe mit ihren Tarotkarten die Untoten geweckt, berührten ihn kaum. Das allein hätte ihn nicht aufgehalten.

Was ihn hielt, war das, was zuvor geschehen war.

Der Bruch. Der Verrat. Das Wissen, dass er von den eigenen Leuten in etwas hineingezogen worden war, das von Anfang an faul gewesen war.

Er stellte sich nicht an Aliras Seite. Er stellte sich zu niemandem.

Als man Drachenfurt aus Eulenrast begleiten wollte, blieb er stehen. Beobachtete. Schwieg. Für ihn war diese Sache bereits gelaufen. Er war nicht bereit, den nächsten Schritt für Menschen zu tun, denen er nicht mehr vertraute.

Der Tag endete ohne Abschluss.

Was blieb, war kein verlorener Kampf. Kein verlorenes Turnier. Sondern das dumpfe Gefühl, dass Vertrauen zerbrochen war. Und dass sich so etwas nicht mit Entschuldigungen oder neuen Absprachen wieder zusammensetzen ließ.

Nicht so leicht. Nicht an diesem Tag.


This post was modified 4 Wochen ago 3 times by Erol66

   
ReplyQuote
Habsi
(@habsi)
Eminent Member
Joined: 2 Monaten ago
Posts: 14
 
Alira war an diesem Abend mit einer stillen Hoffnung eingeschlafen, diesmal sogar ohne ein aufwachen, endlich erholt sein. Die Hoffnung, dass all das Ziehen und Zerren, die unausgesprochenen Vorwürfe, die verhärteten Fronten endlich für einen Moment zur Ruhe kommen würden. Sie hatte organisiert, vermittelt, geplant, hatte Listen geschrieben und Absprachen getroffen, hatte gelächelt, wo ihr nicht danach war und geglaubt, dass ein gemeinsamer Abend vielleicht ausreichen könnte, um die Gemüter zu glätten. Danach, so hatte sie gedacht, könnten sie sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Auf das, was wirklich zählte.
 
Schon bald musste sie sich eingestehen, wie trügerisch dieser Gedanke gewesen war.
 
Das Würfelduell verlief unspektakulär. Drei Runden, Vogelknochen auf Holz. Darian gewann. Nicht aus Können, sondern aus Glück, wie es bei Würfeln nun einmal war. Alira nahm es kaum wahr, sah nur aus dem Augenwinkel, wie sich Thorus Gesicht verhärtete, wie sein Blick dunkler wurde. Doch er sagte nichts. Er akzeptierte es. Widerwillig, aber er akzeptierte es. Für einen Moment glaubte sie, es würde gutgehen.
 
Dann begann die Kampfdisziplin.
Als die Wildschweine auf den Platz getrieben wurden, änderte sich etwas. Thorus blieb stehen, bewegte sich nicht und seine Stimme schnitt durch die Geräusche wie kaltes Eisen. Das sei so nicht vereinbart gewesen. Alira spürte, wie sich Ärger in ihr regte. Wen interessierte das, fragte sie sich. Ging es darum zu zeigen, wer der Stärkere war. Wer Kontrolle hatte, wer sich durchsetzen konnte. Ein Schwein niederzuringen war keine Demütigung, sondern eine Prüfung. Und für jemanden wie Thorus wäre es ein Leichtes gewesen. Fast schon lächerlich einfach.
 
Nach einigem Hin und Her kam es zu einer Einigung. Darian gegen Thorus. Die Schweine würden einfach mitmischen. Widerwillig akzeptiert, aber akzeptiert. Der Kampf wurde laut, schmutzig, chaotisch. Genau so, wie solche Dinge nun einmal waren. Und wie erwartet ging Thorus als Sieger hervor. Er setzte sich durch, trotz der Tiere, trotz des Durcheinanders.
Doch es gab keinen Triumph in ihm. Keine Erleichterung. Keine Zufriedenheit. Er war wütend, verbissen, als hätte man ihm etwas gestohlen, statt ihm etwas zu geben.
 
Als Alira vorschlug, dennoch eine dritte Disziplin zu machen, einfach für den Spaß der anderen, um die Stimmung zu retten, kam die Antwort von Thorus. Ein Fischfilet flog durch die Luft und klatschte stumpf gegen sie. Kalt, glitschig, erniedrigend. Einen Moment lang stand sie einfach nur da und starrte darauf, unfähig zu reagieren.
 
Dann brach alles los.
Morven sprang auf, empört und laut. Valia schrie zurück, Neoras ebenso, Thorus natürlich auch. Stimmen überschlugen sich, Gift lag in der Luft, niemand hörte mehr zu. Alira spürte, wie etwas in ihr platzte und sie schrie sie an, lauter als sie es je vorgehabt hatte. Sie sollten aufhören. Sich zusammenreißen.
In diesem Moment änderte sich die Luft.
Ein Geruch breitete sich aus, faulig, süßlich, schwer. So vertraut und doch falsch. Aliras Finger krallten sich um die Laterne, als sie nach Norden blickte. Bewegung. Schatten. Knochen, die sich aus der Dunkelheit schälten.
 
Skelette.
 
Das Chaos, das ohnehin schon tobte, kippte vollends. Eine Horde Untoter fiel ein, ausgerechnet von dem Ort, der für sie etwas Besonderes gewesen war. Ihr Opferschrein. Der Kampf war roh und panisch, Schläge, Rufe, blankes Durcheinander. Als sie die Untoten schließlich zurückgedrängt hatten, sah Alira die aufgewühlte Erde. Sie waren aus dem Boden gekommen. Genau dort, wo sie vor Kurzem die Karte gezeigt hatte. Die Karte, die sie gefunden hatte.
Bislang hatten die anderen beiden Karten recht behalten. Seltsame Zufälle, zu präzise, um sie einfach abzutun. Dort oben hatte sie es „Es“ gezeigt. Die Herzogkarte. Herzog. Ein kalter Gedanke kroch ihr den Rücken hinauf. Waren die Skelette von ihm. Hatte sie etwas ausgelöst. Nein, sagte sie sich. Das war Unsinn. Das konnte nicht sein.
 
Doch Morven ließ ihr keine Zeit, diesen Gedanken zu verdrängen. Anschuldigungen prasselten auf sie ein, wild und haltlos. Die Karten seien schuld. Ihre Karten. Alira spürte, wie Wut in ihr aufstieg. Was für ein Blödsinn. Der Vorwurf das sie die Untoten vor einigen Tagen nach Drachenbruch gelockt haben, brachte das Fass zum Überlaufen.
Oder war ihr eigener Verstand es, der ihr gerade entglitt.
 
Denn nun hörte sie etwas in sich, was zuvor nur dämmerte in ihrem Geist, diese leise Stimme in ihrem Kopf, die sich anhörte wie sie selbst und doch nicht sie war, oder doch? „Jetzt gebe ich es ihr!“
Und Alira tat es. Worte flogen, scharf und verletzend. Zwei Furien, die einander ankeiften, bis Morven schließlich ging. Mit ihren Leuten. Zurück blieb nichts als Wut, schwer und brennend.
 
Alira hielt es nicht mehr aus. Sie griff nach ihren Sachen, den Karten, dem Schädel, der Kröte, ihrem Umhang und marschierte davon. Zu dem Ort, der angeblich besonders sein sollte. Dort breitete sie alles aus. Den Schuldenturm. Die Mühle. Krötenheini. Den Schädel. Bruno. Nein, nicht mehr Bruno.
Sie schob die Karten, redete auf den Schädel ein, schnitte in die Handfläche, dann in die andere Handfläche, hoffte, flehte beinahe, dass etwas geschehen möge. Ein Zeichen. Eine Antwort. Doch da war nur Stille.
 
Bis sie es spürte.
 
In ihrer Tasche.
 
Dieses Echo, als würde sie mit sich selbst sprechen, als würde etwas in ihr ihr Hinweise geben, ihr etwas befehlen.
„Ich habe es schon in der Tasche.“
 
Mit zitternden Fingern griff sie in den Beutel. Etwas Kleines, Viereckiges. Papier. Eine Karte. Blutverschmiert. Ihr Herz setzte einen Schlag aus, als sie sie drehte. Sie wusste nicht, woher sie kam, warum sie sie bei sich trug und ob das alles wirklich Zufall sein könnte.


This post was modified 4 Wochen ago 2 times by Habsi

   
Erol66 reacted
ReplyQuote
Arpheus
(@arpheus)
Member GM
Joined: 2 Monaten ago
Posts: 6
Topic starter  

Das Echo im Fleisch

Es begann mit dem Klappern alter Knochen, die vergessen hatten. Ein harmloses Stolpern in der Erde. Doch der Rhythmus hat sich gewandelt.

Fleisch, Muskeln, Blut. Es ist zäh, nass und schwer. Es will jaulen, wo nur mehr ein Krächzen ist. Der Wille muss nun tiefer in die Fasern greifen, um es zu bewegen. Es ist unsauberer. Wilder. Aber der Schrecken, den es verbreitet, gräbt sich in seine Opfer. Und ihre Gier führt das Werk fort. Wo Antworten sein sollen...

Die Masken der Lebenden sind dünn. Sie sprechen von Strenge und Sicherheit, von Wällen und Gastfreundschaft. Sie pflügen die Erde und glauben, sie müssten nur flach genug graben, um das Fundament aus Fäulnis unter ihnen zu ignorieren. Sie versuchen, ihre Alpträume von sich wegzuhalten und ihnen keine Bedeutung zu geben.

Sie ahnen nicht, dass ihre vermeintliche Wärme keine Brücke schlägt. Sie bieten Namen an, sie bieten Wein an, sie bieten Trost an, als würde das irgendetwas ändern. Sie versuchen, das Unausweichliche zu zähmen, indem sie ihm einen Platz am Feuer bieten. Doch diese Kälte lässt sich nicht wärmen. Sie beobachtet. Sie sieht zu, wie das Licht langsam, ganz langsam, an Bedeutung verliert.



   
Erol66 and Morgenstern reacted
ReplyQuote
Arpheus
(@arpheus)
Member GM
Joined: 2 Monaten ago
Posts: 6
Topic starter  

... Während die Nacht über den Blutkamm zieht, weicht der beißende Gestank der Fäulnis langsam zurück und hinterlässt nur eine schwache, metallische Note in der Luft. Doch die Stille in der Eulenrast trügt. Wer in diesen Mauern Schlaf sucht, findet keine Erholung.

Die Träume sind wirr und schwer, durchzogen von tanzenden Schatten und einem namenlosen Druck, der auf der Brust lastet. Bilder flackern auf und verlöschen, bevor sie greifbar werden, und hinterlassen beim Erwachen nur ein Gefühl tiefer, unerklärlicher Beklemmung.

Der Morgen bringt keine Frische, sondern Glieder, die sich wie Blei anfühlen, einen Geschmack von Asche auf der Zunge und eine Gereiztheit, die wie ein Splitter im Geist sitzt.

Fernab der beklemmenden Enge regt sich in Drachenbruch indes eine leisere Kraft. Auf dem Ackerfeld stehen die Halme ein wenig aufrechter, das Grün wirkt satter und kräftiger als noch am Vortag.

Und an dem alten, knorrigen Baum am Rand der Siedlung glänzt die Rinde feucht und dunkel, während sich erste, zarte Knospen wider der Jahreszeit ans Mondlicht wagen – ein stilles, aber unübersehbares Zeichen von Leben.



   
Erol66 and Skadi reacted
ReplyQuote
Arpheus
(@arpheus)
Member GM
Joined: 2 Monaten ago
Posts: 6
Topic starter  

Die Stille der letzten Tage in der Eulenrast war trügerisch. Aber langsam wich sie und etwas machte sich bemerkbar, das wohl für einpaar Tage geschlafen hatte. Wer genau hinsieht, bemerkt, dass sich der Ort und seine Bewohner schleichend verändern. 

Die Händler Joschka, Arnulf und Alfred, sonst die belebten Säulen der Eulenrast, wirken dieser Tage seltsam gezeichnet. Es sind nicht nur die tiefen Schatten unter ihren Augen und die bleierne Müdigkeit in ihren Bewegungen... es ist eine gereizte Missmutigkeit, die ihren sonst so lockeren und humorvollen Tonfall verdrängt hat. Sie wirken dünnhäutig, als hätten sie seit Nächten keinen wahren Schlaf mehr gefunden. Sie berichten von Alpträumen, die sie heimsuchen, aus denen sie schweißgebadet erwachen mit einem Kloß im Hals und laut pochenden Herzen. 

Und auch im Haus selbst scheint sich ein unangenehmer Gast einzunisten. In den Ecken des Schankraums und entlang der Dielenritzen hat sich ein feiner, grauschwarzer Flaum gebildet. Es ist ein hartnäckiger Schimmel, der das Holz besiedelt. Wo man ihn morgens wegwischt, kehrt er bis zum Abend zurück – ein wenig größer, ein wenig dichter – begleitet von einem modrigen Geruch nach feuchter Erde, der sich einfach nicht weg lüften lässt... 



   
Morgenstern and Erol66 reacted
ReplyQuote
Share: