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[Bau RP] Wo Eulen rasten, müssen Pfosten lasten.

Habsi
(@habsi)
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Topic starter  

Zwischen Holzsplittern, nassem Stoff und einer gewissen Portion fragwürdiger Baukunst begann der große Umbau auf dem Hinterhof oder wie Abraxas es nannte: „fachgerechter Rückbau zur späteren Wiederverwendung“.

 

Alira stapfte als heran, den Spaten geschultert wie eine Waffe gegen die Bauordnung. Schwer atmend verkündete sie, sie habe „vorne schon was weggeschaufelt“, auch wenn niemand so recht wusste, wo dieses „vorne“ eigentlich war. Noch ehe jemand nachmessen konnte, drosch sie mit dem Spaten gegen die Zeltwand.

„Ritsch ratsch, Zelt im Matsch“, trällerte sie fröhlich, während das Zelt erstaunlich standhaft blieb.

Abraxas hingegen ging das Ganze mit ernster Miene an. Pflock um Pflock wurde aus dem Boden gezogen, Seil um Seil gelöst. „Nicht kaputt machen! Wir brauchen die wieder!“, mahnte er regelmäßig, meist genau in dem Moment, in dem irgendwo ein Balken splitterte oder Stoff zerriss.

Thorus entschied sich für die direkte Methode. Wo andere Spannungen prüften, prüfte er die Stabilität mit der Axt. Dumpfes Krachen hallte über den Platz, als er die Stützbalken bearbeitete – weniger wie ein Zeltabbau, mehr wie eine Hinrichtung auf Raten. Dennoch: Mit roher Kraft und erstaunlicher Ausdauer trug er Balken um Balken zum neuen Holzlager. Ordnung durch Muskelkraft.

Währenddessen hatte Es beschlossen, dass Seile ohnehin überbewertet seien. Mit einem Dolch wurden sie bodentief durchtrennt, sauber, effizient, endgültig. „Jetzt sind sie jedenfalls locker“, stellte sie trocken fest, während das Zelt bedenklich schwankte.

Suraki schleppte Fässer, räumte Holz zur Stallwand und zog später sogar einen Amboss mit rotem Kopf über den Hof. „Wir räumen auf“, schnaufte er entschlossen, während um ihn herum eher umgeräumt, geworfen und halb improvisiert wurde.

Der erste große Moment kam, als Alira beschloss, einen besonders widerspenstigen Pfosten persönlich zu umarmen. Mit einem heldenhaften „Ggeeeehh ab!“ riss sie daran – und wurde kurz darauf mitsamt dem Holz unter dem zusammenbrechenden Gestänge begraben.
„Ich glaub, das ist gut so!“, urteilte Thorus fachmännisch, während Alira aus dem Dreck ein „Aua“ meldete.

Trotz aller Dramatik: Das große Zelt fiel letztlich kontrolliert, dank Abraxas, der gemeinsam mit Thorus und Suraki an den gelösten Seilen zog, bis die Konstruktion in die richtige Richtung kippte. Ein kleiner Sieg der Koordination.

Natürlich blieb es nicht ohne Verluste. Ein „Hoppala“ später hatte Alira einen Pfosten in die Zeltwand gerissen. Stoff riss, Nähte wurden mit Dolchen geöffnet, Teile lagen feucht und schmutzig im Dreck. Doch immerhin wurden die brauchbaren Planen zusammengesammelt und gestapelt wenn auch etwas… ungeordnet.

Am Ende war das große Zelt abgetragen.
Holzbalken lagen sortiert an der Stallwand. Pflöcke waren gezogen. Seile, zumindest die meisten, geborgen oder in handliche Stücke verwandelt. Stoffbahnen lagen bereit zur Reinigung oder Reparatur. Fässer und Amboss standen versetzt. Während Alira einen Busch bearbeitete, mit der Feuermethode. Das ganze war dann doch ein wenig „brenzlig“. Der Platz war frei.

Denn trotz Spatenattacken, Axtschlägen und versehentlicher Mumifizierungen hatte die Gruppe eines geschafft: Das Lager wurde rückgebaut, Material größtenteils gesichert und der Bauplatz vorbereitet.

Und irgendwo zwischen „Nicht zerstören!“ und „Hacken wir’s einfach durch?“ entstand aus purem Durcheinander tatsächlich ein ordentlicher Bauabschnitt.

Oder wie Suraki es formulierte:
„Hier steht irgendwann der Palast der Freuden.“

Vorausgesetzt, niemand umarmt vorher die nächsten Pfosten.

 

Nachdem die Zelte gefallen, gefaltet, oder zumindest irgendwie zusammengesammelt waren, übernahm Prim sichtbar die Leitung des eigentlichen Bauvorhabens.

Er trat über den inzwischen freigeräumten Platz, sammelte einige größere Steine auf und legte sie in klaren Linien aus. Von einem Punkt nahe der ehemaligen Zeltfläche bis hinüber zum Hang zog sich die Markierung. Mehrfach schritt er die Strecke ab, prüfte die Abstände, verschob einen Stein um eine Handbreit, korrigierte die Linie, bis das Rechteck deutlich erkennbar war.

Dann wurden Schaufeln verteilt.

Ohne weitere Diskussion begannen sie zu graben.

Als die gewünschte Tiefe erreicht war, begann der nächste Schritt.

Die zuvor beiseitegelegten Holzpfosten wurden herangetragen. Thorus und Suraki hievten die schweren Stämme an ihren Platz. Einer nach dem anderen wurde entlang der Innenkante der Grube aufgestellt – in gleichmäßigen Abständen, wie von Prim vorgegeben.

Mit Spaten wurden schmale Vertiefungen an den vorgesehenen Punkten nachgestochen. Die Pfosten wurden hineingesetzt, ausgerichtet und geradegezogen. Abraxas hielt sie in Position, während Erde wieder eingefüllt und festgetreten wurde. Mit Stiefelabsätzen und Schaufelstielen wurde das Erdreich um die Pfosten verdichtet, bis sie fest und tragend standen.

Reihe um Reihe entstand so eine hölzerne Stützstruktur entlang der Grubenwände, das vorbereitende Tragwerk für das kommende Mauerwerk.

Am Ende lag vor ihnen kein chaotisches Loch mehr, sondern ein klar abgegrenztes Fundament:
Sauber ausgehoben.
Ränder begradigt.
Holzpfosten fest im Erdreich verankert.

 


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Erol66
(@erol66)
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📜 Eulenrast – Vom Abbau und Aufbruch

Der Abend hatte friedlich begonnen, fast so, als würde die Eulenrast selbst noch einmal tief durchatmen, bevor sie sich verändern musste. In der Taverne lag jene schwere Wärme, die nur Orte kennen, an denen zu viele Tage Arbeit und zu wenig Schlaf vergangen sind. Rauch hing träge unter den dunklen Balken und vermischte sich mit dem Geruch von Bier, nassem Stoff und Holz, während Thorus am Tisch saß, den Becher vor sich, halb geleert, die Schultern schwer von allem, was sich in den letzten Wochen angesammelt hatte.

Neben ihm saß Suraki, stiller als sonst und auch wenn keiner von beiden es aussprach, lag doch in der Luft, dass dieses Provisorium draußen nicht länger bleiben konnte. Der Hof im Dämmerlicht war vollgestellt mit Zelten, Fässern und Seilen, ein Lager aus Notwendigkeit, das sich über Wochen hinweg wie von selbst vergrößert hatte, bis niemand mehr sagen konnte, was geplant gewesen war und was einfach nur übrig geblieben war.

Dann fiel dieser Satz, schlicht und beinahe beiläufig und doch war er der erste Stein, der ins Rollen kam.

„Wollen wir nicht einfach anfangen?“

Suraki schob die Bank zurück, stand auf und murmelte etwas davon, dass es besser sei, als drinnen weiter über belanglose Dinge zu reden. Damit war es entschieden, ohne dass jemand es wirklich beschlossen hätte und schon kurze Zeit später füllten Schritte und Stimmen den Hof, als die anderen hinzukamen, ein paar mit Gelächter, ein paar mit dieser müden Bereitschaft, die man nur nach langen Tagen kennt.

Suraki machte einen Scherz darüber, ob man sich nicht das Hemd ausziehen müsse, nur für den Eindruck und Thorus brummte trocken zurück, dass Ekkehart sonst noch weich werden könnte, was genügte, um ein paar Grinsen durch die Runde zu schicken. Es war kein großes Fest, kein feierlicher Moment, aber es war dieses einfache Zusammensein, ungeschliffen und echt, wie es nur dort entsteht, wo Menschen gemeinsam etwas tragen müssen.

Abraxas ritt in diesem Moment in die Eulenrast hinein, sprang vom Pferd, musterte das Chaos aus Holz und Stoff und fragte mit ernster Miene, wer hier eigentlich die Leitung habe. Suraki schaute kurz umher, als würde er selbst nach einer Antwort suchen, bevor er schließlich zugab, dass er keine Ahnung habe, worauf Abraxas nickte, als hätte er gerade etwas sehr Vernünftiges gehört.

Thorus hingegen hatte keine Geduld für Leitung, denn in seinem Kopf war Arbeit selten eine Frage von Worten, sondern immer eine Frage von Tun. Er trat hinaus, rieb sich die Hände warm, spuckte hinein und griff nach der Axt, bevor er Suraki und Abraxas jeweils eine zuwarf und nur knapp meinte, dass sich der Rest von selbst ergeben werde.

Der erste Schlag hallte hart über den Platz und während andere vielleicht nach Seilen oder Pflöcken gegriffen hätten, traf Thorus den Balken selbst, als wolle er dem ganzen Zelt die Grundlage nehmen. Holz splitterte unter der Wucht und vibrierte, als würde es protestieren, doch Thorus arbeitete nicht mit Feingefühl, sondern mit dem, was ihm gegeben war: Kraft, Masse und Entschlossenheit. Während andere begannen, Schnüre zu lösen und Stoffbahnen zu ordnen, trieb er die Schneide immer wieder in das tragende Holz, bis die Konstruktion sichtbar ins Schwanken geriet.

Es stolperte halb über ein Seil, fing sich und säbelte es dann bodentief durch, als wäre das die logischste Lösung der Welt, während Alira mit einem Spaten heran stapfte, schwer atmend, als hätte sie bereits den halben Wald gefällt und verkündete stolz, sie habe vorne schon geschaufelt. Auf die Frage, wo denn vorne sei, flunkerte sie munter weiter, bevor sie kurzerhand mit dem Spaten gegen die Zeltwand schlug und dabei ein Liedchen trällerte, das mehr nach Chaos als nach Handwerk klang.

Abraxas dagegen kämpfte darum, wenigstens etwas Ordnung zu retten, denn er löste Pflöcke aus dem Boden, entspannte Seile und murmelte immer wieder, dass die Zelte nicht zerstört werden sollten, weil Holz sich ersetzen lasse, Stoff aber nicht. Thorus schaute auf die zerschlagenen Balken, als wäre das eine völlig neue Information, während Suraki nur grinste und weiter Fässer und Streben zur Stallwand trug, Schicht für Schicht, bis sich langsam ein Lager formte.

Als die Konstruktion schließlich nachgab, griff Thorus nach einem der Seile, wickelte es sich um die Faust und stemmte die Stiefel in den Boden, während Abraxas ihm zurief, wohin es fallen müsse, weg vom Feuer. Gemeinsam zogen sie das schwere Ding in die richtige Richtung, bis das Zelt mit einem dumpfen Geräusch zusammenbrach und die Plane in den Staub sank.

Alira tauchte unter einem Stofffetzen hervor, halb wie ein Spukgespenst, rief panisch um Hilfe, schnitt sich dann selbst wieder frei und tat so, als sei das genauso geplant gewesen, während Es nur die Hand hob, als wäre all das völlig normal.

Thorus sah auf das Werk, das weder schön noch sauber war, aber erledigt. Danach wurde die Arbeit schwerer, stiller, gleichmäßiger. Balken wurden getragen, Holz gestapelt, Fässer versetzt. Thorus nahm mehrere Streben auf einmal, brachte sie zur Stallwand, kam zurück und tat es wieder, ohne innezuhalten, bis sein Atem irgendwann hörbarer wurde, ein tiefes Schnaufen, als müsste sein Körper den Druck irgendwohin entlassen.

Als Primeris schließlich mit einem Bündel Schaufeln auf den Hof kam und begeistert fragte, wer eine brauche, hob Suraki sofort die Hand, und Abraxas nickte zufrieden, als wäre nun der nächste Schritt erreicht.

Thorus trat an die Stelle, wo vorher das Zelt gestanden hatte, rammte die Schaufel in den Boden und hob die erste Ladung Erde aus, während sich mit jedem Stich der Platz weiter öffnete und der Hof sich verwandelte. Es war eine andere Arbeit als das Schlagen mit der Axt, zäher und gleichmäßiger, als würde die Erde selbst Widerstand leisten, doch genau darin lag etwas Endgültiges.

Denn mit jedem Stoß wurde klar, dass Eulenrast nicht mehr derselbe Ort bleiben würde wie am Abend und auch wenn kein großes Wort darüber verloren wurde, entstand zwischen Staub, Holzsplittern und aufgerissener Erde etwas Neues, nicht durch Reden, sondern durch Arbeit.

 


This post was modified 2 Wochen ago 7 times by Erol66

   
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Knightblood
(@knightblood)
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Die Händler die Kurzerhand in den Innenhof umgezogen sind könnten seit heute Morgen als ungehalten wahrgenommen werden. So man denn durch den Hof geht wird man mithören wie Diese sich darüber unterhalten das es unmögliche Zustände sein hier im freien arbeiten zu müssen...

https://ibb.co/FN8Tkrw

 


This post was modified 2 Wochen ago 10 times by Knightblood

   
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Caver
(@caver)
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Das Gejammer von draußen wahrnehmend schien Es es für eine Weile zu ignorieren zu versuchen, irgendwann war es dann aber auch ihr genug und sie ging hinaus um den Händlern nochmals anzubieten sich in der Taverne im zweiten Raum neben der Küche auszubreiten.

Sogar das Schlafzimmer wurde ihnen angeboten. Oder der Stall, je nachdem was für Vorlieben sie haben mögen.

Danach stiefelte sie wieder hinein, noch einige Momente aus dem Fenster starrend als wolle sie dem nächsten Gesprächsaustausch der Händler lauschen.



   
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Knightblood
(@knightblood)
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Die im Leid vereinten Händler der Eulenrast lauschen den Worten aufmerksam. Nachdem sie, endlich stumm, ihre Sachen Packen und Sich selbstbewusst im Haus ausbreiten dauert es nicht Lange bis man an der Tür des bisher freien Schlafzimmers ein frisch geschnitztes Schild lesen kann...



   
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