*ein Pergament, das so aussieht als wäre es gerade da gewesen und für keine höhere Verwendung bestimmt zu sein wird für Saikha hinterlegt.*
Zum Gruße Saikha,
einleitend möchte ich mich für den Ratschlag bedanken und habe versucht diesen heute noch umzusetzen. Ausgangsmenge für das Experiment waren 6 der seltsam riechenden Beeren, mit welchen ich loszog um fünf an Tiere zu verfüttern, um bei Überleben aller einen Selbstversuch zu wagen.
*zwischen erstem und zweiten Absatz findet sich eine sehr naturgetreue Skizze einer Tollkirsche*
Als erstes Forschungsobjekt hatte ich ein Wildschwein auserkoren. Es war gerade dabei sich am Boden zu wälzen, also sah ich die Gelegenheit für den ersten Teil des Experiments. Auf leisen Sohlen schlich ich mich von hinten an um dem Tier bei guter Gelegenheit die Beere ins Maul zu werfen. Viel zu spät erkannte ich die drohende Gefahr. Der Schlamm spritzte nur so und ich, oder vielmehr gesagt mein weisses Kleid war in Reichweite dieser krankheisverbreitenden Infestation des Schmutzes. Mit einem gekonnten Sprung konnte ich den Schaden an meinem Kleid verhindern, was mich bedauerlicher Weise eine der Beeren kostete, die vor meinen Augen in der Schlammpfütze versank.
Rückschläge gehören zum Leben, daher beschloss ich die Schwachstelle in meinem Handeln zu suchen und auszubessern. Ich suchte mir daher ein kleineres Tier mit mehr flauschigem Fell und keinem Schlamm am Körper. Da lächelte mir das Glück, als ich einen Marder erspähte der mich mit hungrigen Augen ansah. Ich ergriff die Gelegenheit und warf ihm eine Beere hin. Bedauerlicher Weise stellte sich der Marder als Marderdame heraus, die just in dem Moment von einem Marderherren beschnüffelt wurde und dann einer Art Ringkampf mit diesem ausfocht. In jedem Fall hat in weiterer Folge keines der beiden Tiere Interesse an meiner Beere gezeigt. Ich wagte es jedoch nicht mir die Beere zurückzuerobern, da die beiden ziemlich gezischt und gefaucht haben.
Als ich gerade rätselte woran es denn nun gelegen hatte sah ich eine erneute Möglichkeit für einen Versuch. Ein weiterer Marder lag im Gebüsch und dieses Mal schlafend. Nachdem ich mich gründlich versichert hatte, dass kein anderes schnüffelndes Madergetier die Gegend unsicher machte beschloss ich mich anzuschleichen. Ich trat auf einen Ast. Das Vieh erwachte . Glücklicherweise schien es hunger zu haben und fixierte die Beere in meiner Hand. Bedauerlicher weise war es wohl noch etwas schlaftrunken und erwischte meinen Finger. Gepeinigt vor Schmerz trat ich den Rückzug an wohl wissend, dass ich noch die Hälfte meiner Beeren hatte. Wenn du mich fragst aus diesen Bestien kannst du nur einen Muff machen. Zu sonst taugen die nichts.
Dann war da auf einmal dieser Wolf. Ich nahm die Beine in die Hand. Geistesgegenwärtig kam mir der Gedanke ich könne den Wolf ja mit Essen ablenken. Also nahm ich eine Beere aus dem Beuteil und warf sie über die Schulter. Bedauerliche habe ich sein Maul verfehlt, wie ich das allerdings für einen kurzen Blick über die Schulter erhaschen konnte habe ich gesehen, wie er die Beere ins Auge bekam und dadurch ins Zaudern geriet, was mir die Möglichkeit gab zu entwischen, welche ich nutzte.
Da ich nun nur noch 2 Beeren hatte und eine plante im Selbstversuch einzusetzen, sah ich mich nun doch unter Zugzwang. Glücklicher Weise sah ich die Lösung vor mir. Ein kleines Vögelchen. Es fraß die Beere und schickte sich schon an in den Himmel zu steigen. Lange könnte ich ihm noch nachsehen bis es hinter einer Gruppe erhöhter Baumwipfel verschwand.
Ich hatte nun den Beweis, dass ein Tier die Beere gefressen und putz munter davon geflogen war. Ein kleines Vögelchen. Daher beschloss ich den Selbstversuch zu wagen. Jetzt habe ich Bauchweh. Ich rate daher dringend bei der nächsten Versuchsreihe eine Portion der zu testenden Substanz zusätzlich zurückzulegen und diese an einem Betrunkenen zu testen, bevor man zum Selbstversuch greift. Ich denke auch in diesem Fall sollte man sich vor Bissen in Acht nehmen.
Für Ratschläge zur Verbesserung bin ich jederzet offen da ich mir sicher bin, dass meine Forschungsmethodik noch den letzten Feinschliff benötigt.
es grüßt dich
Ysolde
Werte Frau Ysolde,
zunächst freue ich mich, dass Ihr meinen Rat versucht habt, so wortwörtlich umzusetzen. Dass Euch daraus einiges an Unbill entstand, kann ich nur mit tiefstem Bedauern lesen und Euch meine ehrliche Entschuldigung vermitteln. Ich werde mich hüten, in Zukunft unklar formulierte Ratschläge zu erteilen.
Dennoch, und davon bin ich überzeugt, habt Ihr aus Eurer Versuchsreihe doch einiges gelernt, wenngleich das Erlernte vielleicht nicht das erklärte Ziel gewesen sein mag. Auch mich ereilte die Erkenntnis, im Wald höchste Vorsicht walten zu lassen, im Laufen und Verstecken. Und ich muss Euren Mut bewundern, sich so nahe an allerlei Getier heranzuwagen! Ich hoffe, Euer Mut färbt auf mich ab sowie ich Euch wünsche, meine Vorsicht färbe auf Euch ab.
Ihr bittet nun also neuerlich um Rat, ob mir auffällt, wo Ihr Eure Methodik nachschärfen könntet. Nun, ungeachtet dessen, was gestern im Experimentierhaus der besonderen Begabungen passierte, ist meines Erachtens stets der erste Gedanke: Wie stelle ich meine Sicherheit und die der anderen an erste Stelle. Anstatt also Hals über Kopf zum nächsten Tier zu eilen, würde ich meine Umgebung beobachten, meine Fluchtwege sichern und eventuell eine geschulte Schwerthand als Begleitung organisieren. Und erst dann den Marder direkt füttern.
Und doch, sich dem Unwissen und der Erinnerungslosigkeit zu stellen, heißt auch, gewisse Risiken in Kauf zu nehmen. Daher sollte der zweite vorbereitende Schritt einer jeden Versuchsreihe sein, die mögliche Nachsorge zu sichern. In diesem Sinne rate ich Euch dringend, Euch mit dem Heilerhaus nahe der ominös versperrten Stadt vertraut zu machen. Habt Ihr Glück, so wird Almina Euch tatkräftig unterstützen, doch auch alleine findet man dort schnell allerhand, um sich selbst und eine mögliche verletzte Schwerthand zu versorgen.
Der dritte Punkt, und diesen habt Ihr, wie ich meine, ausreichend bewiesen, ist der der durchdachten Versuchsreihe. Abgesehen von Punkt eins und zwei denke ich, hätte der Versuch ausgezeichnet zu einem Ergebnis führen können. Und auch so hat er das: wie ich Eurem Schreiben entnehme, gibt es wohl einen markanten Unterschied zwischen Vögeln und jedenfalls Euch, und der liegt wohl nicht in der Statur allein.
Ein Wort zum Schluß: Das Erforschen der Natur ist ein edles und wichtiges Ziel. Da die Nahrung erfreulicherweise jedoch nicht zu den drängensten Fragen unserer Gesellschaft zählt, rate ich Euch, im Sinne aller, Euren Forschungswillen etwas zu verschieben. Vielleicht fällt Euch ja eine Versuchsreihe zu den Fragen ein, die ich mir seit langem Stelle:
- Wo sind all die Vorgänger, jene, die diese Welt Stein für Stein erbaut haben?
- Wer oder Was hat ihr verschwinden bewirkt? Und wie können wir ein ähnliches Schicksal verhindern?
- Warum kommen wir alle an nur drei Orten der Welt an, erwachen scheinbar da ohne zuvor da gewesen zu sein?
- Warum sind all die Namen so sonderbar unterschiedlich, die Sprache jedoch einem jeden bekannt?
Das sind nur vier der Fragen, die meinen Kopf bewölken und bevölkern wie Mäuse einen Misthaufen. Vielleicht seid Ihr interessiert, Euch mit mir diesen Themen zu widmen, oder vielen anderen, die uns ahnungslos zurücklassen.
Bis zum nächsten Austausch verbleibe ich daher
mit hoffnungsvollen Grüßen,
Saikha
*dieses Mal findet Saikha ein ordentliches Pergament -die Qualität mag ihr aus einem gewissen Haus sehr bekannt vorkommen-, welches ordentlich in 3 Teile gefalten ist. Das Schriftstück ist mit einem Klecks Wachs verschlossen, der darauf schließen lässt, dass wer auch immer das getan hat ihn sehr gezielt in die Mitte setzte um es unmöglich zu machen den Brief zu öffnen, ohne die entstandene Kruste zu zerbrechen, dann aber snscheinend nicht mehr wusste was hier weiter zu tun ist*
Zum Gruße Saikha,
ich habe mir die gestellten Aufgaben angesehen und sie nach Verfügbarkeit der Informationen gereiht. Im ersten Schritt werde ich meinen Fokus auf das Verschwinden der Personen vor uns legen. Zum einen denke ich, dass man hier sicher die meiste Grundlagenforschung betreiben kann und zum anderen mag in weiterer Folge etwas ans Tageslicht gelangen das uns bei der Abarbeitung der weiteren Punkte behilflich ist. Mein erstes Augenmerk lag auf Verschwinden durch Krieg, oder Kampf in irgendeiner Art und einer Analyse der politischen Lebensweise.
Zunächst besichtigte ich die den Landstrich Südlich der Eulenrast. Hier sind mehrere Dinge anzumerken. Nahe des Eingangstores zum Landstrich ist ein Gerippe angekettet, das aus irgend einem Grund niemals jemand da weggeholt hat. Hier handelt es sich aber um eine einzelne Person, daher schließe ich dies aus meinen Rückschlüssen aus. Die Möglichkeit, dass es sich um eine Abschreckung mit einem Schurken handelt ist hier einfach zu groß. Hier zu sagen ist jedoch, dass die Verteidigungsanlagen ganz im Süden aus Holz bestehen. Diese sind ebenfalls unbeschädigt, was grobe Sturmversuche betrifft. Bei Holzpallisaden müssten daher im Kapfesfall Spuren davon zu sehen sein. Die Verteidigungsanlage nahe der Eulenrast ist wesentlich massiver und das Bauwerk ist nur von der Seite des Landstrichs zu betreten. Das sagt mir in jedem Fall, dass die Bewohner dieses Landstrichs sich mehr um die sorgten die im Blutkamm wohnten, als vor dem was im Süden war.
Nach dem Sumpf steht ein weiteres Verteidigungsbauwerk. Neben der Tatsache, dass es von Kampfesspuren unberührt ist und eine anscheinend intakte Kriegsmaschine aus Holz ebenfalls unbeschädigt direkt an der Grenze steht lassen für mich keine Kampfhandlungen vermuten. Das Augenmerk möchte ich daher auf die Brücke lenken. Man kann auf jeder Seite die Hälfte einziehen. Das deutet auf eine Gleichstellung beider Seiten hin. Wäre auf einer Seite ein höher gestellter Anführer, so würde dieser sicherlich die gesamte Brücke kontrollieren.
Als nächstes besichtigte ich die Stadt auf deren Namen wir uns bei unserem letzten Gespräch diesbezüglich als die verwunschene Stadt einigten. Diese wurde meines Erachtens auch nicht in einem Krieg erbaut. In einem Krieg baut man schnell ein Gebäude nach dem anderen fertig, damit man eine Wundversorgung und andere Unterstände hat. Dies sieht mir mehr so aus als wären alle Gebäude gleichzeitig im selben Bauschritt, damit man nur den Stein und keine fortführenden Stoffe lagern muss. In Summe sieht mir das so aus als wäre diese Art des Baues dem Wunsche geschuldet das Gesamtwerk so schnell wie möglich fertig zu stellen, nicht einzelne Häuser. Darüber hinaus kann man das Haus des Anführers klar erkennen. Dieser scheint Geld gehabt zu haben. Herrlich verzierte Muster in den Steinböden und sehr edle Stühle kann man sich in einer Art Versammlungsraum ansehen.
Keine dieser Strukturen scheint einer anderen Übermächtig, wenn es einen übergeordneten Herrscher gegeben hat so kann man hier sicher mehr sagen, wenn man weiß wie diese aufgebaut ist. Alles andere wäre pure Spekulation.
Die Häuser an der Straße scheinen sehr solide gebaut. Doch weisen die Dächer der Häuser Löcher auf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Volk, das solche Häuser baut dann mit Löchern im Dach lebt. Sollten wir herausfinden wie lange ein Haus leer stehen muss bis das Dach so verfallen ist, so hätten wir zu mindest eine grobe zeitliche Einschätzung gewonnen.
Auf dem Weg in die große Stadt ist mir der Friedhof aufgefallen. Vorne hat man einzelne Gräber mit kunstvoll gehauenen Grabsteinen, Blumen und alles in Reih und Glied. Hinter dem Gebäude sind Massengräber ausgehoben. Warum? Eine weitere Frage die sich mir stellt, warum sind so viele davon leer? Wenn man die Armen in Massengräbern bestattet, dann hat man doch eines das man voll macht und dabei das nächste aushebt. Hier findet man mehr leere als gefüllte Gräber und keines ist zur Gänze gefüllt. Ich rate daher sich die Toten dort anzusehen. Auch hier kann man sicher feststellen wie lange die jüngsten Grabesmitglieder schon hier sind. Für diese Forschung stehe ich bedauerlicher Weise nicht zur Verfügung, da es niemanden etwas angeht was ich gefrühstückt habe! (!) (!!!)
Was ich noch nicht habe ist eine zeitliche Aufstellung bezüglich der Überfälle der Untoten. Ich höre hier immer Geschichten, kann die aber dann schwer zeitlich zuordnen. In diesem Teilbereich bitte ich daher um Hilfe.
in der Hoffnung dieses Mal weniger Fehler gemacht zu haben
Ysolde
