Neben einer Verbindung zum Abyss, der Sphäre der Dämonen, benötigt der Hexenmeister auch Hilfsmittel, mit welchen er den Mahlstrom aus zerstörerischen Kräften in kontrollierte Bahnen lenkt und seinem Willen zu unterwerfen vermag. Einerseits könnte man argumentieren, dass eine intuitive Kraft wie diese, deren Quelle außerhalb des eigenen Seins liegt und völlig anderen Gegebenheiten entspringt, eigentlich keiner zusätzlichen Hilfsmittel benötigen sollte, doch ist es gerade diese Andersartigkeit der Energie, die es unumgänglich macht, sie mit Hilfe von weltlicheren Methoden zu formen.
Ein jeder Zauber unterliegt so der Notwendigkeit, bestimmte Paraphernalien, also magisch aktive Stoffe aus der sterblichen Welt, einzusetzen, um die angestrebte Wirkung zu erreichen.
Welche Paraphernalien nun für welchen spezifischen Zauber benötigt werden, unterliegt ähnlichen Ansprüchen wie bei der Zusammenstellung eines Trankes. Eine jede Paraphernalie hat also eigene Vorteile und Schwächen, die ihre Nutzung entsprechend einschränken.
Grundsätzlich jedoch lassen sich drei Formen der Paraphernalien unterscheiden:

Das Reagenz

Ein Reagenz ist ein aus dem Erdreich gewonnener Stoff, der dazu in der Lage ist, besonders intensiv auf magische Einwirkung zu reagieren. Zumeist entstehen Reagenzien als Nebenprodukt des Tagebaus und werden von ahnungslosen Schürfern als Abfallstoffe weiterverkauft oder für die Herstellung verschiedener Alchemieprodukte genutzt.

  • Blei – Blei vermag es ob seines schieren Gewichts und der Verformbarkeit, magische Kräfte zu binden oder aufzunehmen. Zudem steht es generell für Anziehungskraft und Aufnahmefähigkeit.
  • Salz – Salz ist als Substanz bekannt, die verschiedene Einflüsse aufzuheben, einzuschränken und damit auch zu lenken vermag. Allgemein hat es eine schützende, reinigende Wirkung, weshalb viele ängstliche Bauern in dunklen Nächten eine Linie aus Salz an der Schwelle ziehen.
  • Katzengold – Das Katzengold ist sehr leicht mit dem echten Gold zu verwechseln, und dient damit dem Effekt der Täuschung. Gleichwohl ist seine natürliche Form jedoch vielen geometrischen Formen ähnlich und verleiht diesem Stoff damit auch die Eigenschaft der Ordnung.
  • Silberfluss (Quellwasser) – Silberfluss ist die reinste, klarste Form von Wasser und entspringt den tiefsten Bergquellen, wo es von unzähligen Schichten Stein gesäubert und entgiftet wurde. Seine Eigenschaften sind somit die Heiligung, die Reinigung und die Entgiftung.
  • Vulkanit – Vulkanit ist jenes sandige Pulver, das dort zurück bleibt, wo flüssiges Feuer seinen Weg suchte. Als Brandstoff der Lava gilt es als besonders leicht entzündlich und explosiv.
  • Quecksilber – Quecksilber ist sowohl verrufen als auch bewundert, denn dieser Stoff vereint die Eigenschaften von Metall und Flüssigkeit in sich. Seine Wirkung umfasst die Bewegung und auch die Ausdehnung.
  • Infernit – Infernit mag auf den ersten Blick wie jedes andere Erz wirken, doch wer sich allzu lange in seiner Nähe aufhält, wird alsbald seine korrumpierenden Auswirkungen kennenlernen. Sein Effekt ist kaltes Licht und eine besondere Eignung für die Beschwörung von Kräften und Wesen aus dem Abyss.
  • Bernstein – Der schwimmende Stein, der Blitzstein, der lebende Stein; für den Bernstein gibt es viele Bezeichnungen, manche davon irreführend, manche omenhaft. Bernstein für sich ist in der Lage, Magie jeder Art zu speichern und wieder abzugeben, und ist selbst in seiner natürlichen Form schon mit magischem Potenzial geladen.

Die Herbalie

Als Herbalien gelten wirkfreudige Pflanzenteile, die sich auf die eine oder andere Art von anderen Pflanzen oder Gewürzen hervorheben. Vor allem Giftpflanzen zeigen einen starken Hang zu magischer Eignung.

  • Fliegenpilz – Dieser bereits Kindern bekannte Pilz eignet sich hervorragend für den Effekt von Gift oder die Verursachung von Halluzinationen.
  • Pantherpilz – Der Pantherpilz wird als der unscheinbare Bruder des Fliegenpilzes vor allem für die Verursachung von Schmerz oder aber Krankheiten genutzt, und gilt als nicht weniger giftig.
  • Grabmoos – Das Grabmoos, das seinen Namen durch den bevorzugten Wuchs auf blankem Stein erhielt, gilt als hervorragende Paraphernalie um einem Zauber Stabilität zu verleihen, oder aber positive Effekte zu verstärken.
  • Rittersporn – Der Rittersporn ist nicht nur hübsch anzusehen, seine Wirkung verleiht einem Zauber auch die Eigenschaft Schutz oder zusätzlichen Widerstand.
  • Knoblauch – Die leicht heilende Wirkung des Knoblauchs ist weithin bekannt – ebenso seine Eigenschaft als Schutz vor Bösem.
  • Schlingendorn – Der Schlingendorn besitzt als Paraphernalie die selbe gefährliche Eigenschaft der Paralyse, wie sie auch der Strauch in der Natur hat. Neben diesem leicht durchschaubaren Effekt eignet er sich auch hervorragend als Zutat für Zauber mit bannender Wirkung.
  • Schlafmohn – Der Schlafmohn besitzt als Paraphernalie neben einer stark berauschenden Eigenschaft auch den Effekt der Geistesbeeinflussung.
  • Stechapfel – Der Stechapfel ermöglicht als Paraphernalie die Fähigkeit der Gestaltwandlung.
  • Weidenrinde – Die heilende, entgiftende und entzündungshemmende Wirkung der Weidenrinde entfaltet sowohl als Tee als auch als Paraphernalie ihren Effekt.
  • Lebende Borke – Diese überaus seltene Herbalie wurde lange Zeit aufgrund ihrer Herkunft von wandelnden Bäumen als Okkultarie geführt, und bewirkt stark heilende, belebende oder sonst wie unterstützende positive Effekte.

Die Okkultarie

Auch wenn sie von so manchem aufgeklärten Geist als Mumpitz abgetan werden, so sind Okkultarien, also die Körperteile von sogenannten übernatürlichen Wesen, doch für ihre besondere Eignung in der Magie berühmt.

  • Molchaugen – Molchaugen verleihen einem Zauber Sicht- und Geistesschärfe beeinflussende Wirkungen.
  • Totes Blut – Totes Blut, also die übel riechenden Reste aus den Körpern Verstorbener, werden in Zaubern für ihren negativen Effekt geschätzt.
  • Krötenschleim – Lahm wie eine Kröte wird so mancher genannt, und für denselben Zweck ist der Krötenschleim auch als Paraphernalie geeignet. Seine Wirkungen sind Trägheit bis hin zur Lähmung.
  • Krähenfuß – Der Krähenfuß dient als Symbol der Weisheit und Wahrheit und dient selbigem Zweck als Paraphernalie.
  • Zehennägel eines Toten – Als Teil des Fußes und als Bestandteil eines von uns Gegangenen gelten die Zehennägel eines Toten als Paraphernalie, die das Übertreten oder Aufheben der Sphärengrenzen ermöglicht.
  • Blut – Blut als Kernbestandteil einer jeden lebenden Kreatur ermöglicht es auf magischem Wege, Kontrolle auszuüben oder gar die Beherrschung eines Wesens zu ermöglichen.
  • Flederflügel – Fledermäuse sind die einzigen Wesen, die den Flug beherrschen, ohne Vögel zu sein. Diese Eigenschaft – und eine Steigerung der Geschwindigkeit – ermöglicht der Flederflügel auch als Paraphernalie.
  • Schlangendrüsen – Die giftigen Fänge und die daranhängenden Giftsäcke einer Schlange verleihen einem Zauber die Fähigkeit, giftige oder schädliche Wirkung zu entfalten.
  • Alraune – Die “lebende magische Pflanze”, deren Schrei einen unvorsichtigen Sammler in den Wahn zu treiben vermag, kann die Wirkung von Magie erheblich steigern und verstärken.
  • Dämonenhorn – Das mythische Horn eines Dämonen soll die negativen Effekte eines Zaubers fundamental verstärken können.
  • Einhorn – Der ebenso mythische Gegenspieler des Dämonenhorns ist das Einhorn, also das Horn eines magischen Mythenpferds. Diese Paraphernalie soll positive Effekte in Zaubern fundamental verstärken.
  • Spinnenhaut – Die Spinnenhaut oder das Chitin wird von der Spinne beim Häuten abgestreift, und steht somit sinnbildlich für die Gestaltwandlung und die Illusion der Form.