Am Mittag des vierten Wochentages trafen Hadrian und Kat erste Vorbereitungen und bauten Gerüste sowie Leitern um zügig mit dem Dachdecken beginnen zu können. Stangen und Bretter wurden getragen, Nägel und Seile zurecht gelegt und das Werk konnte in Angriff genommen werden. Hadrian stelllte sich als der geborene Zimmermann heraus, seine Handlungen waren taktisch klug, sodass Kat nur Gehilfin sein musste und dieses dankbar annahm. Nach einigen Stunden fleißiger Arbeit waren beide Gerüste eng an den Hauswänden befestigt. Der erste Schritt war getan.




Nicht nur das Gerüst wurde an dem Tag von Kat und Hadrian errichtet...
Auch konnte endlich diese alte Statue beseitigt werden.
Es war ein glücklicher Zufall, dass Alberich nach der Erkundungstour noch etwas Zeit hatte. Hadrian wusste, dass dieser Hüne von einem Mann einen mächtigen Hammer schwingen konnte. So dachte er, dass er diesen auch sicher auch gegen eine alte bröckelige Statue richten konnte.
Hadrian hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass Alberich stattdessen die Göttin Lanja, in deren Name er so Leidenschaftlich predigte, dafür anrufen würde. Doch dank der Hilfe der Göttin, konnte die Statue zerstört werden, ohne das die Taverne dabei beschädigt wurde.



Zwischenzeitlich war es für Hadrian sehr spannend. Zum einen, weil die Macht der Göttin ihn beeindruckte. Und zum anderen weil er Angst um die Taverne hatte.



Doch schließlich ging alles gut und sie mussten nur noch den Schutt wegräumen.




Natürlich brachte Hadrian der Göttin dafür ein paar Opfergaben dar.

Schon früh am Morgen machte sich Kat auf um die Arbeit am Dach der Taverne fortzusetzen. Ihr erster Schritt führte in den Wald, wo sie nach geeigneten Rinden für die Dachschindeln suchte. Vorsichtig löste sie an jedem Baum etwas Rinde, aber nur soviel, das es dem Baum nicht schaden würde. Nach einer guten Weile war der Pferderücken bepackt und sie stiefelte zurück nach Eichenwacht.
Das Material fand einen Platz vor der Taverne, ein Hocker wurde abgestellt und bevor die Arbeit begann, erlaubte sich Kat ein kleines Frühstück bei Hadrian, dessen Pfannkuchen bereits dufteten .
Später sah man sie dann vor dem wachsenden Schindelhaufen sitzen, gedankenverloren arbeiten und lächeln. Die Welt war ruhig zur Zeit.

Bei der Taverne gab es wirklich einiges zu tun, um diese wieder richtig ordentlich herzurichten.
Neben der alten Statue mussten auch einige der alten hölzernen Möbel und dieser morsche Karren weichen, um Platz für neues zu schaffen.
So machte sich Hadrian in einem ruhigen Moment daran auch daran zu arbeiten. 






Die Schindeln waren endlich bereit ihren Platz auf dem Tavernendach einzunehmen. Kat bündelte sie und band sie mit einem Strick zusammen, legte sich das Bündel über die Schulter und kletterte vorsichtig über das doch recht wackelige Gerüst hinauf aufs Dach. Als Erstes nahm sie sich die weiter entfernten Schäden vor und blancierte vorsichtig über die Dachbalken bis hin zum äußeren Teil des hohen Daches. Sie wagte es nicht hinabzusehen, wohl wissend, dass diese Höhe nicht ungefährlich war. Zielbewusst setzte sie Schritt für Schritt vor. An gewählter Stelle angekommen, entfernte sie das dort provisorisch geflickte Strohdach, warf das verfaulte Stroh einfach zu Boden und setzte die neuen Schindeln an. Stück für Stück hämmerte sie diese mit je einem Nagel an die Balken, solange bis das klaffende Loch bedeckt war.
Wieder ging es über die Gerüste und Leitern hinab, neue Schindeln wurden hinauf getragen und weitere Löcher gestopft. Für heute würde sie es dabei belassen, Morgen würden sie diese Arbeiten zu Ende bringen können.

Kaum hatten sich die fleißigen Siedler erholt, ging es weiter zum nächsten Gebäude. Lange standen sie auf dem Marktplatz und überlegten, welchem die Aufmerksamkeit zukommen sollte.
Sie entschieden sich für die Lagerverwaltung und das angrenzende Wohnhaus. Gewaltige Löcher drohten noch größer zu werden und das Innenleben des Hauses durch eindringende Nässe zu ruinieren.
Hadrian, Katherina und die Burgkatze spuckten in die Hände und gingen ans Werk

Es gabt noch einiges zu tun an der Taverne. Und nun, da ein Gerüst stand, konnte Hadrian sich endlich den ganzen Arbeiten widmen.
Für heute Stand das anbringen von Holzlasur an. Die hölzerne Außenwand war alt und lange Zeit der Witterung ausgesetzt. An einigen Stellen war das Holz sogar schon morsch geworden. Um dem entgegenzuwirken hatte Hadrian einen Eimer mit Lasur und ein paar Pinsel gekauft. Auch Gorm wollte später noch vorbeikommen um beim Streichen zu helfen.









Noch waren nicht alle Arbeiten an der Taverne abgeschlossen. Sobald die Lasur trocken ist, würde er wohl erneut auf das Gerüst steigen...
Es wurde langsam Zeit den Keller auszuräumen, um Platz für neues zu schaffen. Gorm hatte bereits eine ganze Menge Kisten und Fässer für die Taverne besorgt. Doch im Keller verrotteten noch immer alte Lebensmittel gemütlich vor sich hin. Eigentlich war es kein Wunder, dass vor dem Eintreffen der Siedler sich hier die Ratten breit gemacht hatten.
So krempelte er die Ärmel hoch, spuckte in die Hände, und begann schonmal einen Teil auszuräumen.
Das entsorgen der schweren Fässer überließ er aber Gorm. Der alte Seebär hatte bestimmt doppelt so dicke Oberarme wie Hadrian. Für den war das sicher ein Klacks.








Neulich in Drachenbruch...
Als er wie so oft bei seinen Angelausflügen den Weg durch Drachenbruch wagte, in dem er jetzt schon wochenlang niemanden mehr gesehen hatte, fasste Gorm kurzerhand einen Entschluss:
Kaum zurück in Eichenwacht verstaute er das gute Stück im Keller der Taverne. Es sollte schon bald wieder zum Einsatz kommen
Das Burgfest stand vor der Tür und Kat bat Shandra um Hilfe die neuen Banner zu nähen. Am Morgen des ersten Tages der Woche trafen sich die beiden Frauen im großen Burgsaal um ans Werk zu gehen. Der Stoff wurde in den Farben grün und beige gewählt, den Farben ihres Wappens. Shandra markierte die zuvor auf dem großen Tisch ausgebreiteten Stoffbahnen mit heller Kreide und Kat schnitt sie zurecht. Anschließend nähte Shandra mit geübter Hand die Schnittflächen zusammen, umsäumte alles mit einem feinen Stich, während Kat passende Rundhölzer fertigte an denen das Banner befestigt werden sollte.
Nach einigen Stunden konzentrierter Arbeit begutachteten die beiden das Werk und waren zufrieden. Kat nahm sie an sich und machte sich auf diese an prominenten Stellen der Burg zu aufzuhängen.
Dem Fest stand nichts mehr im Wege.




