*Ein Rabe mit einem gerollten Pergament im Schnabel wird unermüdlich seine Bahnen über die Insel ziehen, bis er Alberich zu Gesicht bekommt und diesem dann den Brief still vor dessen nackte Füße legen.*
Und so er ihn aufrollt, wird er folgendes lesen können:
"Mein lieber Alberich,
mit schwindenden Kräften schreibe ich dir diese Zeilen, doch sehe ich keinen anderen Weg. Die Ereignisse unseres Ausflugs, die Quelle der Bedrohung durch die Untoten zu finden, hinterließen ihre Spuren. Wie du bei unserem letzten Treffen vielleicht bemerkt hast, fühle ich mich nicht besonders gut. Die Kälte und Leere, die dieser verfluchte Knochen in mir aufkommen ließen, haben sich in den letzten Tagen nur mehr verstärkt. Wie eine leere Hülle, ein Schatten meiner selbst, friste ich mein Dasein allein in meiner Hütte am Friedhof. Ich kann nicht essen, habe keine Kraft und ich merke jeden Tag mehr, dass mein letzter Schlaf sich unaufhaltsam zu nähern scheint. Hilf mir... Hilf mir... Nur dich sehe ich als treuen Diener Lanjas dazu in der Lage. Entfache das Feuer wieder in mir... Hilf mir... Hilf mir...
Konrad"
*An einigen Stellen im Brief wirkt es, als hätte der Schreiber abgesetzt, um zu einem späteren Zeitpunkt fortzufahren*
Nahe Drachenbruch, an einem Ort der Kraft, stürzte ein Rabe aus dem Himmel, um sich auf Alberichs Schulter niederzulassen. Das Pergamentröllchen im Schnabel wurde sogleich gelesen und schon in der ersten Zeile erkannte man allergrößte Besorgnis im Gesicht des Hünen. Was immer er auch gelesen hatte, es schien von größter Wichtigkeit zu sein, denn sogleich schwang er sich auf sein Pferd und preschte in Richtung Osten los.
