*InEichenwacht wird ein Bogen feines Hadern für "Lord Leomar von und zu Eichwacht" hinterlegt. Aus irgend einem Grund riecht er entfernt nach Lavendel. Die Schrift ist fein, gestochen und in einem schnellen Zug geführt.*
Werter Lord von der Eichenwacht!
Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass dies nun die gezieme Anrede für Euer Gnaden sei. Tatsächlich wende ich mich jedoch an dich, weil du tatsächlich dieses Amt am ehesten bekleidest. Am gestrigen Abend kam es zu einem Vorfall in der Eulenrast, der mich bewog eine Verlegung meines Lebensmittelpunktes anzustreben. Mein Blick fällt dabei auf Eichenwacht und neben einer ordentlichen Menge an Obst, Gemüse, Beeren, Nüssen und Pilzen, die ich jeden Tag auf meinen Kräutergängen mitnehme suche ich mich auf Wegen der Organisation, des Handels, der Diplomatie, oder dem Aufsetzen unmissverständlich formulierter Briefe mit klar strukturiertem Inhalt einzubringen. Sollte da Bedarf bestehen können wir uns gerne zusammensetzen. Mein Nachtlager habe ich schon seit längerem im Haus der besonderen Begabungen, sollte mich jemand erreichen wollen.
Auf seinem Rundgang wird ihm das Schriftstück wohl vom Lagermeister überreicht. Mit einigen anderen Papierbögen bewaffnet machte er sich auf in seinen Laden um oben am "Schreibtisch", wenn man es so nennen will, die Schriften zu sichten. Nachdem lesen des Schreibens von Ysolde setzte er rasch eine Antwort auf und würde sie danach gleich einem der vielen Wanderer zwischen den Siedlungen mitgeben um ihn ihr zu übergeben oder in ihrer Heilerstube zu hinterlegen.
Geschätzte Ysolde,
nach meiner ersten Nacht in der Burg Eichenstein fand dein Brief mit seiner überaus ehrenvollen Anrede seinen Weg zu mir – und ich gestehe, er hat mir ein ehrliches Lachen entlockt. Dafür sei dir zunächst gedankt.
Doch so schmeichelhaft solche Titel auch klingen mögen, muss ich gestehen, dass ich mich selbst weder als Lord noch als Euer Gnaden sehe. Es waren andere, die damit begonnen haben, mich so zu nennen, und gelegentlich hört man auch den Begriff Burgherr. All das mag als freundliches Kompliment für die Bemühungen in Eichenwacht verstanden werden doch die Wahrheit ist weitaus schlichter: Was hier entsteht, ist nicht das Werk eines Einzelnen, sondern das vieler Hände.
Und selbst wenn ich in letzter Zeit so viele Gebete um Heilung und Schutz über mich ergehen lassen musste, dass man meinen könnte, ich stünde kurz vor einer Heiligsprechung, so fürchte ich doch, dass auch dies eine übertriebene Einschätzung wäre.
Was dein Anliegen betrifft:
Der heutige Tag hält mich noch mit einigen Aufgaben beschäftigt. Doch am Abend, ebenso wie in den kommenden Tagen, wirst du mich mit großer Wahrscheinlichkeit entweder in Eichenwacht oder auf Burg Eichenstein antreffen.Komm also gerne vorbei, ohne große Förmlichkeiten. Wir können uns in Ruhe zusammensetzen und über deine Gedanken sprechen, über Kräuter, Handel, Briefe oder was auch immer dich nach Eichenwacht zieht.
Erlaubnis, sich hier niederzulassen, braucht übrigens niemand zu erbitten. Wer guten Willens ist und zur Gemeinschaft beitragen möchte, ist uns stets willkommen. Umso mehr freue ich mich darauf, gemeinsam zu sehen, wo deine Talente vielleicht ihren Platz finden.
Bis dahin wünsche ich dir einen angenehmen Tag und hoffe, dich bald in Eichenwacht begrüßen zu dürfen.
Leomar
(der Bescheidene!)
