Im Haus der Begabungen wird ein Brief hinterlegt, dass Siegel zeigt ein Eichenblatt welches den Brief verschlossen hält. Mit feinen Linien aus Tinte steht "Für Saikha" schlicht darauf.

Geschätzte Saikha,
leider war es mir nicht möglich, persönlich beim zweiten Treffen der Versammlung anwesend zu sein. Es gab dringlichere und wichtigere Aufgaben für Eichenwacht, und diese haben für mich stets Priorität. Ich hoffe, Hadrian konnte uns angemessen vertreten. Ich weiß jedoch, wie schwer es ist, meine Gedankengänge und Ansichten nachzuvollziehen, vieles davon erzähle ich nicht, da ich fürchte, meinen Leuten würden sonst die Ohren bluten, weil ich ständig plappere.
Zur Laute:
Die Laute befindet sich in meinem Besitz und wurde von mir an einem unzugänglichen Ort versteckt. Das hat auch seinen Grund, da Konrad mir berichtete, dass er sich einige Tage lang sehr unwohl gefühlt habe, solange sich die Laute in seiner schmalen Hütte befand, und dass ein Schatten auf ihr zu liegen schien.
Hadrian hat sich in dieser Angelegenheit nicht ganz nach meinem Willen ausgedrückt, wofür er nichts kann, ich hätte ihn zuvor besser unterrichten müssen aber hatte keine Zeit. Dennoch ist es nicht meine Absicht, die Laute zu euch zu bringen und sie dort zu belassen, bis ihr sie untersucht habt.
Darians Verhalten mit dem Herz hat meine Meinung sogar noch bestärkt, gerade mit solch heiklen Dingen vorsichtig umzugehen und sie nicht einfach zu übergeben oder daran herumspielen zu lassen.
Mein Vorschlag:
Du nennst mir einen genauen Termin, wann du – und wen auch immer du hinzuziehen möchtest – die Laute untersuchen willst. Dann kommen wir mit der Laute zu diesem Zeitpunkt vorbei, sichern euch entsprechend ab und nehmen sie anschließend wieder mit.
Dabei geht es mir nicht um Misstrauen euch gegenüber. Doch es widerspricht meiner Natur, etwas potenziell Gefährliches unbeaufsichtigt zu lassen. Sie ist ein Erbe der Burg Eichenstein, und ich sehe es als meine Pflicht, als neuer Herr von Eichenstein, mich darum zu bemühen, ihr Rätsel zu lösen.
Ob sie am Ende vernichtet wird oder nicht, obliegt allerdings der Entscheidung der Eichenwächter und niemandem sonst.
Bitte versteh meine Zeilen nicht falsch. Wir sind weiterhin am gemeinsamen Wirken gegen die großen Übel interessiert und werden keine Informationen zurückhalten. Jedoch haben die jüngsten Ereignisse um Darian und die Eulenrast gezeigt, dass ich offenkundig zu schnell Vertrauen schenke – und dass wir künftig bedachter handeln müssen und werden.
Hochachtungsvoll
Leomar Grauwacht
Herr von Eichenstein
