Datum unleserlich, Tinte verblasst
Heute hat das Tal uns verschluckt.
Ein Steinschlag – nein, kein Steinschlag. Die Felsen bewegten sich. Als ob das Bergfleisch selbst uns abstoßen wollte. Ein Donnern, dann Staub, dann Stille. Als ich die Augen aufschlug, war die Gruppe weg. Nur Lukas lag noch neben mir, sein Bein blutend, sein Atem stoßweise. Die anderen… die anderen schrien noch, irgendwo in der Ferne. Aber der Wind hat ihre Stimmen verschluckt.
Wir haben versucht, ihren Rufe zu folgen, doch das Tal ist ein Labyrinth aus Fels und Schatten. Die Sonne steht hier falsch – sie wandert nicht von Ost nach West, sondern im Kreis. Lukas sagt, ich bilde mir das ein. Aber ich sehe es.
Wir werden einen anderen Weg finden. Wir müssen. Die Vorräte reichen noch für drei Tage. Wenn wir bis dahin keine Spur der anderen finden…
[Am Rand: eine grobe Skizze von Felsen, die wie Gesichter aussehen.]
