Handschrift kaum lesbar, Seiten mit Blut verschmiert, einige Wörter durchgestrichen oder übermalt

ICH KONNTE NICHT ANDERS.

Der Hunger war ein Ding in meinem Bauch. Ein Tier. Es hat mich angenagt, bis ich es nicht mehr hören konnte. Lukas hat gewimmert. Er hat gebettelt. Seine Stimme war so leise, wie ein Kind, das weiß, dass es gleich bestraft wird. Dann war er still.

Ich habe seine Hand zuerst genommen. Nur ein Bissen. Nur um das Tier zu beruhigen. Aber dann… dann hat es gelacht. Nicht ich. Etwas in mir. Seine Augen… sie waren noch warm, als ich… als ich…

Jetzt ist es still in mir. Zu still. Aber ich spüre, wie es wächst. Es atmet hinter meinen Rippen. Es flüstert mir Dinge zu, wenn ich schlafe.

Lukas’ Knochen… sie bewegen sich noch. In meinem Magen. Sie klopfen.

Ich habe versucht, die Reste zu begraben, aber die Erde spuckt sie wieder aus. Die Vögel fressen sie nicht. Die Maden auch nicht.

Es will mehr.

Ich sehe jetzt Dinge in den Felsen. Sie lächeln. Sie warten.

[Letzte Zeile, fast unleserlich, als wäre sie mit den Fingern in Blut geschrieben:] ICH HABE ANGST.

[Auf der Rückseite, in großen, verzerrten Buchstaben:] ES HUNGERT.