Konflikte im Spiel

Konflikte im Spiel gehören zum Rollenspiel dazu und werden für niemanden vermeidbar sein. Jeder Charakter gehört früher oder später einmal einer moralischen Fraktion im Spiel an, seien es die gesetzestreuen Bürger, die Gesetzesbrecher und Banditen, oder die neutralen Alltagsbürger. Jede dieser Fraktionen kommt früher oder später in Kontakt mit einem Konflikt. Wichtig ist in diesen Situationen vor allem, wie man damit umgeht. Folgende Stichpunkte sollte man dabei allerdings nie aus den Augen verlieren:

  • “Gut” bedeutet nicht “Besser”, “Böse” bedeutet nicht “Schlechter”. Sowohl ein Charakter mit subjektiv “guter” Gesinnung, als auch Charaktere mit subjektiv “böser” Gesinnung haben die gleiche Berechtigung auf Existenz in der Spielwelt. Die “böse Fraktion” ist kein unterhaltsamer Ersatz für NPC-Gegner, die man nach Lust und Laune bejagen kann. Die “gute Fraktion” ist ebenso kein maschinell gesteuertes Abenteuer, das man zur regelmäßigen Bekämpfung und Darstellung der eigenen Gesinnung benutzen darf.
  • Hinter jedem Charakter, gleich welcher Gesinnung, steckt ein realer Mensch als Spieler. Ob man nun IG gute oder böse Handlungen ausspielt, der OG-Spielspaß der beteiligten Spieler sollte dabei immer einen hohen Stellenwert erhalten. Das gilt sowohl für den Angreifer, als auch für das Opfer – beide Seiten müssen der Gegenseite Respekt zollen und den Balanceakt zwischen eigenem Spaß und dem Spaß des Gegenübers im Auge behalten.
  • Rollenspiel kann nur durch Zusammenspiel entstehen. Zusammenspiel bedingt, dass die beteiligten Spieler auch auf ungeplante, überraschende Ereignisse eingehen, selbst wenn diese für den Charakter unangenehm sind und die Wunschvorstellung des Spielers für das Leben seines Charakters stören. Überfälle zum Beispiel passieren eben, und überfallen zu werden ist für den Charakter nicht angenehm, aber es gehört mit zur Atmosphäre der Spielwelt und sollte nicht durch grenzwertige Mittel gemieden werden. Stattdessen sollten sich alle Seiten bemühen, die Ereignisse für die Spieler unterhaltsam und spannend zu machen, selbst wenn der Charakter vielleicht leidet.
  • Verlieren können alle Charaktere jeder Gesinnung einmal. In jedem Konflikt entsteht IG ein Verlierer und ein Gewinner, allerdings gibt die Gesinnung nicht vor, welche Position wem gebührt. Der Finsterling ist nicht dazu verpflichtet, in jedem Konflikt auf der Verliererseite zu stehen und der strahlende Held hat keinen Anspruch darauf, aufgrund seiner Gesinnung jeden Konflikt zu gewinnen. Gerade durch Niederlagen entstehen oft sogar noch viel interessantere Möglichkeiten für Rollenspiel, die keiner verpassen sollte. Gleichzeitig sollte auch hier OG für die Spieler gelten: Das Ziel, der Gewinn ist das spannende Rollenspiel, nicht der “Sieg” des eigenen Charakters.